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Lagebericht

Den Bestimmungen des Schweizerischen Obligationenrechts (Art. 961 c) folgend wurde der Lagebericht erstellt. Da die Aspekte „Bestellungs- und Auftragslage“ sowie „Forschungs- und Entwicklungstätigkeit“ für die Bank nicht anwendbar sind, werden diese Punkte nicht erläutert.

ALLGEMEINE ENTWICKLUNG

Die DZ PRIVATBANK (Schweiz) AG weist für das Geschäftsjahr 2016 den vorliegenden Jahresabschluss aus. Das Ergebnis ist vor dem Hintergrund des weiterhin erschwerten wirtschaftlichen Umfelds, der Anpassung des Geschäftsmodells, der Redimensionierung der Bank und des damit einhergehenden Personalabbaus sowie der Rückstellungen für Risiken im Privatkundengeschäft zu sehen. Die Bilanzsumme liegt mit CHF 1,350 Mrd. auf Vorjahresniveau (CHF 1,299 Mrd.). Die verwalteten Vermögen konnten auf CHF 7,8 Mrd. (Vorjahr CHF 7,4 Mrd.) erhöht werden.

Aktiva

Die Forderungen gegenüber Banken erhöhten sich auf CHF 393,6 Mio. (Vorjahr CHF 208,6 Mio.).

Die Forderungen gegenüber Kunden reduzierten sich auf CHF 75,1 Mio. (Vorjahr CHF 134,9 Mio.). Dabei konzentriert sich die Bank im Rahmen der Kreditstrategie in erster Linie auf die mit dem Privatkundengeschäft verbundenen Kreditaktivitäten und hier vor allem auf das Lombardkreditgeschäft. Zudem werden Kredite an erstklassige schweizerische öffentlich-rechtliche Körperschaften gewährt.

In Finanzanlagen waren per Jahresende CHF 566,0 Mio. (Vorjahr CHF 686,6 Mio.) investiert.  Dabei handelt es sich um Anleihen, die den Bonitätsanforderungen (Ratings) gemäß der definierten Investmentstrategie entsprechen.

Passiva

Die Verpflichtungen gegenüber Banken erhöhten sich auf CHF 77,7 Mio. (Vorjahr CHF 68,5 Mio.).

Die Verpflichtungen gegenüber Kunden erhöhten sich auf CHF 1‘025,2 Mio. (Vorjahr CHF 962,5 Mio.). Grund für den weiterhin hohen Bestand sind die niedrigen, mittel- und langfristigen Zinsen und die nach wie vor hohe Risikoaversion der Kunden, was sich im hohen Kontokorrentbestand widerspiegelt.

Eventualverpflichtungen

Die Eventualverpflichtungen haben sich mit CHF 29,2 Mio. gegenüber dem Vorjahr (CHF 28,6 Mio.) gesteigert.

Gewinn- und Verlustrechnung

Der Erfolg aus dem Zinsengeschäft beträgt CHF 7,1 Mio. (Vorjahr CHF 8,0 Mio.). Der Rückgang ist dabei darauf zurückzuführen, dass einerseits auslaufende Tranchen in den Finanzanlagen aufgrund des niedrigen Zinsumfelds nicht mehr adäquat ersetzt werden konnten und andererseits die Negativzinsen weiterhin zu zusätzlichen Belastungen geführt haben.

Beim Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft in Höhe von CHF 33,4 Mio. war gegenüber dem Vorjahr (CHF 34,3 Mio.) ein leichter Rückgang von rund 2 Prozent zu verzeichnen. Per 31. Dezember 2016 weist die DZ PRIVATBANK (Schweiz)  AG Assets under Management mit Depotstelle Schweiz in Höhe von CHF 4,3 Mrd. (Vorjahr CHF 4,4 Mrd.) aus. Hinzu kommen noch Assets in Höhe von CHF 3,0 Mrd. (Vorjahr CHF 2,5 Mrd.) aus der dezentralen Vermögensverwaltung, bei denen die  DZ PRIVATBANK (Schweiz) AG als Vermögensverwalterin fungierte.

Der Erfolg aus dem Handelsgeschäft beläuft sich auf CHF 3,3 Mio. (Vorjahr CHF 4,8 Mio.). Dabei handelt es sich nahezu ausnahmslos um den Erfolg aus kundeninduzierten Transaktionen. Die Bank unterhält kein wesentliches Eigenhandelsbuch.

Aufgrund erbrachter vertraglicher Leistungen innerhalb der DZ PRIVATBANK ergeben sich wechselseitige Leistungsverrechnungen. Die Erträge daraus in Höhe von insgesamt CHF 1,2 Mio. (Vorjahr CHF 5,6 Mio.) spiegeln sich in der Position „Übriger ordentlicher Erfolg“ wider.

Es ergibt sich ein Betriebsertrag in Höhe von CHF 45,0 Mio. (Vorjahr CHF 52,7 Mio.).

Der Geschäftsaufwand (Personal- und Sachaufwand) in Höhe von insgesamt CHF 53,8 Mio. liegt rund drei Prozent über Vorjahresniveau (CHF 52,1 Mio.). Dieser Anstieg ist durch die Bildung von Rückstellungen im Geschäftsjahr 2016 für Maßnahmen im Rahmen des Personalabbaus begründet.

Die DZ PRIVATBANK (Schweiz) AG schließt somit das Jahr 2016 mit einem Bruttoerfolg von CHF -8,8 Mio. (Vorjahr CHF 0,6 Mio.) ab.

In den Abschreibungen in Höhe von CHF 0,7 Mio. (Vorjahr CHF 1,9 Mio.) sind die ordentlichen Abschreibungen der Investitionen der Vorjahre sowie des aktuellen Jahres verbucht.

Im Zusammenhang mit Rechtsrisiken im Privatkundengeschäft und den Anpassungen in der Aufbau- und Ablaufstruktur hat die Bank im Geschäftsjahr entsprechende Rückstellungen zulasten der Erfolgsrechnung gebildet. Nach Berücksichtigung der Positionen „Veränderungen von Rückstellungen und übrigen Wertberichtigungen sowie Verluste“ und „Steuern“ wird somit ein Jahresergebnis von CHF -29,2 Mio. (Vorjahr CHF 0,2 Mio.) ausgewiesen.

Der Kommissionsaufwand, in dem die Bonifikationen und Provisionen an die Genossenschaftsbanken abgebildet sind, beträgt per Jahresende 2016 CHF 12,8 Mio. (Vorjahr CHF 12,9 Mio.).

Personal

Die Bank zählt zum Jahresende 160 Mitarbeitende, darunter vier Lernende. Der Anteil der Teilzeitmitarbeitenden liegt bei rund 19 Prozent und der Anteil der weiblichen Angestellten bei rund 33 Prozent. Die Bankangestellten weisen ein Durchschnittsalter von 43 Jahren auf und sind im Schnitt seit neun Jahren in der Bank tätig. Durchschnittlich waren 2016 160,3 Vollzeitstellen besetzt.

Risikomanagement

Der Verwaltungsrat hat eine Risikobeurteilung vorgenommen und die Risikopolitik der Bank anlässlich der Sitzung vom Dezember 2016 bestätigt. Sie bildet die Basis für das Risikomanagement. Für die einzelnen messbaren Risiken werden klare Grenzen (Limite) gesetzt und deren Einhaltung wird laufend überwacht. Die Risikopolitik ist das zentrale Regelwerk bezüglich aller Bankrisiken und bildet somit den Rahmen für die internen Weisungen.

Die Bank verfolgt eine risikobewusste Geschäftsstrategie im Rahmen des Kerngeschäfts Private Banking, die unter Einbezug der DZ PRIVATBANK S.A. von den Gremien periodisch überprüft wird. Zudem verfügt die Bank über eingespielte und funktionierende Ablauf- und Kontrollprozesse. Dabei besteht besonders der Grundsatz, dass bei materiellen Risiken stufengerecht die verantwortlichen Führungskräfte sowie die Interne Revision unverzüglich informiert werden.

Die Bank unterscheidet und bewirtschaftet die Risikokategorien Kredit-, Markt-, Liquiditäts-, Beteiligungs- und operationelle Risiken (inkl. Rechts- und Steuerrisiken) sowie Geschäfts- und Reputationsrisiken. Die Risiken der Bank werden aktiv gesteuert und überwacht.

Verwaltungsrat und Management werden mittels eines angemessenen Management-Informationssystems regelmäßig über die Risikosituation, die Vermögens-, Finanz-, Liquiditäts- und Ertragslage der Bank informiert.

Die DZ PRIVATBANK (Schweiz) AG ist zudem Teil der DZ PRIVATBANK und eng in die „Integrierte Risiko- und Kapitalsteuerung“ (IRKS) des Konzerns eingebunden. Die in diesem Zusammenhang zugeteilten Limite (Verlustobergrenzen) werden ständig überwacht und eingehalten.

Ausblick

Die DZ PRIVATBANK blickt angesichts der sich gegen Jahrsende 2016 global aufhellenden Konjunkturperspektiven verhalten optimistisch in das neue Geschäftsjahr. In Europa sollten weiterhin der schwache Euro sowie die anhaltende expansive Geldpolitik die Konjunkturdynamik stützen. Zwar zeichnet sich im Laufe des Jahres eine langsame Abkehr von dem derzeit extrem expansiven Kurs ab, von einer Normalisierung der Geldpolitik in der Eurozone ist jedoch noch geraume Zeit nicht auszugehen. In den USA ist ebenfalls eine zunehmenden Wachstumsdynamik abzusehen. Angesichts der anziehenden Konjunkturdynamik dürfte die amerikanische Zentralbank ihre Geldpolitik weiter straffen. Auch in Japan ist ein höheres Wachstum zu erwarten. In China wird sich die Regierung sicherlich einem zu schnellen Wachstumsrückgang weiterhin entgegenstellen.

Allerdings sieht sich die Weltwirtschaft auch Risiken ausgesetzt. Geht doch von der nach wie vor unklaren Wirtschaftspolitik des gewählten US-Präsidenten Trump erhebliche Unsicherheit aus. Als Belastung werden auch die EU-Austrittsverhandlungen Großbritanniens und deren Konsequenzen gewertet. Die anhaltende Staatsschulden- und Bankenkrise in der Eurozone sorgt wohl auch 2017 weiter für Verunsicherung an den Märkten.

Angesichts dieses uneinheitlichen Umfeldes ist auch die Stimmung unter den Investoren lediglich verhalten optimistisch. Denn Zinsanlagen lassen angesichts des gegenwärtig noch sehr niedrigen Renditeniveaus und der Gefahr von Kursverlusten keine ansprechenden Erträge erwarten. Die Aussichten an den internationalen Aktienmärkten stellen sich demgegenüber zwar günstiger dar, doch das hohe Risikoumfeld wird weiterhin für eine ausgeprägte Volatilität sorgen.

In unserem Marktgeschäftsfeld erwarten wir, das Wachstum im laufenden Jahr fortzusetzen. Gleichwohl bleiben weiterhin die Belastungen durch die Auswirkungen von Niedrig- und Negativzinsen, Margendruck und Regulatorik – wie auch für die gesamte Finanzindustrie – bestehen. Trotz des strengen Kostenmanagements in unserer Bank dürften diese anhaltenden Belastungsfaktoren unsere Ertragssituation beeinflussen. Mit Nachdruck werden daher auch die Initiativen der ständig weiterzuentwickelnden Digitalisierungsstrategie für die DZ PRIVATBANK und für den Aufbau eines standortübergreifenden Innovationsmanagements fortgesetzt.

Zusammen mit dem Geschäftsvolumen der DZ PRIVATBANK von über 18 Milliarden Euro ist die genossenschaftliche Bankengruppe in den relevanten Kundensegmenten Vermögende Betreuungskunden und Private Banking-Kunden ab einem Geldvermögen von 250.000 Euro gemäß BVR-Vermögenspyramide mittlerweile einer der führenden Anbieter für die Betreuung vermögender Firmen- und Privatkunden.

Grundlage für diese gemeinsame Positionierung war die Etablierung der DZ PRIVATBANK mit ihren zwei Auslandsstandorten und zehn Standorten deutschlandweit als zentraler subsidiärer Dienstleister in der Genossenschaftlichen FinanzGruppe. Die im Jahre 2011 begonnene „Marktinitiative Private Banking“ konnte erfolgreich abgeschlossen werden. Die Herausforderungen im Markt- und Wettbewerbsumfeld, die es zu antizipieren gilt, sind jedoch mannigfaltig. Genossenschaftsbanken, die durch Fusionen immer größere Einheiten bilden, haben an ihr genossenschaftliches Private Banking Kompetenzcenter veränderte Anforderungen vor allem in Hinblick auf Beratungsleistungen wie auch auf Produkte und Dienstleistungen, die den Marktgegebenheiten wie der anhaltenden Niedrigzinsphase gerecht werden müssen. Die anstehenden regulatorischen Maßgaben führen zu einer Modifikation der bestehenden subsidiären Zusammenarbeitsmodelle. Die Kundenerwartungen im Geschäftsfeld entwickeln sich weiter, der Bedarf nach diversifizierten und individualisierten Produkten und Lösungen steigt.

Die DZ PRIVATBANK hat die entscheidenden Weichenstellungen vorgenommen, um diesen Ansprüchen zielkundenspezifisch gerecht zu werden. Mit nachgewiesener Expertise in der Kundenakquisition konnten Bruttomittelzuflüsse über alle Standorte hinweg in Höhe von 3,9 Milliarden Euro generiert werden – in einem kompetitiven Marktumfeld ein bemerkenswertes Ergebnis. Es liegt über dem Wachstum der Vorjahre und bestätigt die erfolgreiche, gemeinsame Zielkundenbearbeitung mit rund 500 Partnerbanken. Mit AuM von über 500 Millionen Euro in der Vermögensverwaltung für Stiftungen zeigt sich exemplarisch die hervorragende vertriebliche Zusammenarbeit mit den Genossenschaftsbanken und das überzeugende zielgruppenspezifische Angebot.

In enger Zusammenarbeit mit den Partnerbanken legt die DZ PRIVATBANK ihren Schwerpunkt auf eine höhere Profitabilisierung des Geschäftsfelds. Hierzu werden im Rahmen der Vertriebsplanungen im engen Schulterschluss mit Unternehmen der DZ BANK Gruppe die vertrieblichen Aktivitäten ausgebaut und intensiviert. Mit der ethisch-nachhaltigen Vermögensverwaltung wird dem ganzheitlichen Anspruch weiter Rechnung getragen. Ergänzend arbeiten wir an der Erweiterung unserer Portfoliomanagement-Ansätze. Im Rahmen des eingeführten Beratungsqualität-Prozesses der Genossenschaftlichen FinanzGruppe stellt  die DZ PRIVATBANK mit dem BVR und ausgewählten genossenschaftlichen Banken die Weichen für eine kundengerechte Ausbaustufe für Vermögende Betreuungskunden.

Der Dank der Generaldirektion gilt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr Engagement im Jahr 2016 sowie den Genossenschaftsbanken und Kunden für ihr Vertrauen.